Vor 1876
Die Frage, ob es in Ehra bereits vor 1876 eine Schützengesellschaft gegeben hat, lässt sich heute leider nicht mehr beantworten. Es darf angenommen werden, dass schon vor dem Sommer 1876 Schützenfeste gefeiert wurden. Belege hierfür sind allerdings nicht bekannt.

1876
Das Jahr 1876 gilt als das Gründungsjahr unseres Vereins. Als Nachweis dient eine Königskette, auf welcher die Worte „Schützengilde zu Ehra 1876“ zu lesen sind. Auf vier anhängenden Orden sind die Namen der Könige dieser Zeit eingraviert. Ebenfalls im Gründungsjahr beschafft man eine standartartige Fahne mit der Aufschrift „Schützengilde Ehra 1876“. Diese Fahne ist bedauerlicherweise in den Kriegswirren des Jahres 1944 abhanden gekommen.

1899
Eine neue Fahne mit der Jahresangabe 1899 wird angeschafft. Bis 1977 dient sie bei Festen und Umzügen als Vereinsfahne, heute nimmt sie ihren Platz im Schießheim ein.
Die Zeitzeugen Otto Meier und Heinrich Dörrheide berichten, dass das Schützenfest drei Tage dauert. Organisation und Durchführung liegen in den Händen der unverheirateten, aus dem Militärdienst entlassenen Männer.
Sie, nicht etwa die Verheirateten, stellen den Schützenkönig.
Auch die Kinder feiern das Schützenfest und ermitteln ihren König.

1911
Der „Schützenverein Ehra von 1911“ tritt an die Stelle der Schützengilde von 1876. Die Neugründung vom 19.08.1911 ist durch vorhandene Protokoll- und Kassenbücher nachgewiesen.
Zur Versammlung im Gasthaus Pieper erscheinen 60 Männer. Diese bestätigen die im vorhinein erarbeiteten Statuten und wählen den Vorstand sowie die Offiziere. Der erste ordentliche Vorstand setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
Vorsitzender: Heinrich Gades Schriftführer: Ernst Flügge
Kassierer: Wilhelm Jordan
Beisitzer: Heinrich Schmidt, Fritz Knigge, Heinrich Beinhorn und Fritz Harms

Dem Offiziers- bzw. Unteroffizierskorps gehören an:
Oberst: Wilhelm Bleyer; Hauptmann: Fritz Kahrens; Leutnant: Fritz Schmidt, Otto Flügge
und Fritz Günterke; Feldwebel und Spieß: Wilhelm Kahrens;
Unteroffizier: Heinrich Schulze und Fritz Melzian;
Lazarettgehilfe: Karl Mohrmann und Tambour: Wilhelm Lembke

Für die Durchführung des Schützenfestes zeichnen nunmehr Vorstand und Offizierskorps verantwortlich.
Der Schützenverein bezahlt die Musik, für die Getränke und Tanzzelt sind im jährlichen Wechsel die Gastwirte Pieper und Wendt zuständig.
Der Schießmeister pachtet für 10,--Mark den Schießstand, dafür hat er diesen in Ordnung zu halten und das Schießen zu leiten.
Erwirtschaftete Gewinne fließen in seine Tasche.
Geschossen wir auf 100 Meter mit einem großkalibrigen Gewehr.
Nach der Neugründung schießen die verheirateten Schützenbrüder den König aus.
Erster König nach neuem Statut wird am 27. August Heinrich Schmidt.

1913
Ein Tambourstab wird gekauft. Er ist bis auf den heutigen Tag in Gebrauch.

1914 – 1918
Während des Ersten Weltkrieges ruht das Vereinsleben.

1919
Am 11. Mai findet die erste Versammlung nach dem Krieg statt.
Es wird 12 gefallener Schützenbrüder gedacht.

1920
Man feiert das erste Schützenfest nach dem Krieg.

1923
Weltwirtschaftkrise und Inflation machen auch vor Ehra nicht halt. Trotz schwieriger Zeiten wird das Schützenfest ausgerichtet.
Und man amüsiert sich: Der Überschuss vom Fest in Höhe von 20.000,-- Mark „wurde in fröhlicher Runde verzecht“.

1924
Das Jägerkorps wird gegründet. Ihm gehören die ledigen Burschen der Jungen Gesellschaft an. Sie schießen den Fahnenträger aus.
Beim Umzug marschieren sie mit Gewehren, während die verheirateten Männer des Gardekorps den traditionellen Handstock benutzen.
Das Offizierskorps tritt bereits uniformiert auf.

1929
Ein neuer Schießstand wird gebaut.

1936
Man begeht das 25-jährige Jubiläum seit der Neugründung.

1938
Eine Kleinkaliberschießsportgruppe mit 24 Mann etabliert sich. Die Realgemeinde hat auf dem Schützenplatz einen Holzsaal errichtet. Er tritt als Tanzsaal neben das Trinkzelt.
Ende der 70`er Jahre wird er abgebrochen.

1939 – 1946
Das Vereinsleben ruht während der Kriegs- und Nachkriegszeit.
23 Ehraner Männer, darunter viele Schützenbrüder aus Garde- und Jägerkorps, kehren nicht mehr nach Hause zurück.

1947
Der Verein hat 62 Mitglieder.
Flüchtlinge und Heimatvertriebene finden in Ehra ein neues Zuhause und treten dem Schützenverein, bzw. der Jungen Gesellschaft bei.
Es finden ein Ball im Winter, sowie ein Tanzvergnügen im Sommer statt.

1948
Die Alliierte Militärregierung genehmigt die Durchführung des Schützenfestes erst, nachdem dieses in Volksfest umbenannt worden ist. Der Gebrauch von Feuerwaffen bleibt weiterhin verboten.
Daher werden die Schützenkönige, einmalig in der Vereinsgeschichte, mit dem Pusterohr ausgeblasen. Die Königswürde erringt mit 35 Ringen Fritz Harms (Haus Nr. 35), bei den Kindern siegt Günter Reichert.

1951
Erstmals schießt das Jägerkorps seinen König aus. Der erste Jungkönig der Vereinsgeschichte heißt Heinrich Lansmann.

1957
Ein Trommel- und Pfeifenkorps wird gegründet.
Doch der Verein durchlebt eine schwere Krise. Insbesondere die eindringlichen Worte des Mitgründers und Alterspräsidenten Heinrich Gades tragen dazu bei, dass die drohende Auflösung abgewendet wird.

1959
Der Kinderkönig bekommt von nun an auch eine Königskette.
Gestiftet wurde sie von Hans Jürgen Böse.

1960
Die Uniformierung des Gardekorps wird beschlossen.
Beim Schützenfest 1961 marschiert es erstmalig in grüner Uniform.

1966
Das Jägerkorps erhält Uniformen.

1968
Der Verein erhält ein neues Statut und wird ins Vereinsregister eingetragen.

1974
Der neugebaute Schießstand mit Toilettenanlage wird eingeweiht. Eine Damenschießgruppe wird gegründet. Das Sportschießen beginnt mit 14 Frauen und 29 Männern.

1975
Die Schützendamen marschieren in Uniform beim Schützenfest mit. Familie Sauer findet die alte Königskette von 1876 auf, sie war verschollen und in Vergessenheit geraten.

1976
Es erfolgt die Umbenennung unseres Vereins in
„ Schützenverein Ehra von 1876 e.V “.
Wir feiern das Jubiläum zum 100-jährigen Vereinsbestehen.

1977
Eine neue Fahne wird gestiftet und beim Schützenfest geweiht. Ein Vereinsemblem wird erstellt und auf Fahne und Ärmelabzeichen übernommen. Zum ersten Mal wird das Pokalschießen der Vereinsvorstände mit Terminabsprache angeboten.

1980
Dem Verein wird, nach entsprechender Satzungsänderung, die Gemeinnützigkeit erteilt.

1982
Die mittlerweile zur Tradition gewordene Aktion des Pflanzens der Königseiche nimmt ihren Anfang.

1983
Die Aufnahme in den Kreisschützenverband Isenhagen-Wittingen, somit in den Deutschen Schützenbund erfolgt.
Die unter Beteiligung des Männergesangsvereins bedeutend erweiterte Schießsportanlage wird eingeweiht. Der Verein erhält drei neue Gewehre. Die Schießsportmöglichkeiten werden auf Luftgewehr und Luftpistole ausgedehnt.
Eine verstärkte Förderung der Jugendarbeit setzt ein.
In der Folgezeit gelingt es unseren Sportschützen, Damen, Herren wie auch Jugendlichen, erfolgreich bei Rundenwettkämpfen und Kreismeisterschaften abzuschneiden und sich für Landestitelkämpfe zu qualifizieren.
Unter anderen tauchen die Namen Jenny Reissig, Helmut Reichelt und Frank Kahrens immer wieder in den Siegerlisten auf.

1986
Wir feiern unseren 110. Geburtstag.

1987
Eine Fahne für das Kinderschützenfest wird von Fritz Mosel gestiftet.

1988
Hüte mit Federn ersetzen die Mützen des Gardekorps.

1989
Maren Wolter erringt als erstes Mädchen die Königswürde beim Kinderschützenfest.

1991
Christa Schulze siegt beim Kreisdamentreffen.

1992
Waldemar Olborski holt den Titel des Kreisschützenkönigs nach Ehra.
Mädchen der Jungen Gesellschaft bilden ein Mädchenkorps und nehmen in Uniform am Schützenfest teil.

1993
Der Verein richtet das Kreiskönigsschießen aus.

1996
Bernd Zänker schießt sich zum Samtgemeindeschützenkönig.

1997
Das Samtgemeindekönigsschießen findet auf unserer Anlage statt.

1998
Ein Tag der offenen Tür macht auf die zahlreichen Schießsportaktivitäten im Ort aufmerksam.
Zum ersten Mal bekommt das Jägerkorps eine Regentin: Anita Masur wird zur Majestätin proklamiert.

1999
Zwei neue Gewehre sowie eine Armbrust erweitern das Schießsportangebot. Der Luftgewehrstand wird erneuert.

2000
Der Schützenverein Ehra von 1876 e.V. tritt dem Landessportbund bei.
Das Jägerkorps erhält für seinen König jetzt auch eine Königskette.

2001
Wir begehen die Feierlichkeiten zum 125 jährigen Vereinsjubiläum.

2002
Erstmalige Teilnahme mit einer offiziellen Delegation am Volkstrauertag.

2004
Durchführung der Anbau- und Renovierungsmaßnahmen unseres Schützenheims mit Anschluss der neuen Gasheizung sowie der Norderweiterung um den großen Küchenbereich inklusive des neuen Abstellraums unter Einbringung von ca. 1000 Arbeitsstunden in Eigenleistung unserer Mitglieder.

Das Gardekorps marschiert beim Schützenfest erstmals mit weißen statt mit grünen Hemden auf.

2006
Hans-Joachim Sattler sichert sich den Titel des Samtgemeindeschützenkönigs.

2007
Das Samtgemeindekönigsschießen findet auf unserer Anlage statt.

2008
Dennis Dietrich wird in Lüben auf der 100-Meter-Bahn mit dem KK-Gewehr Kreisjungschützenkönig.

Das Kinderkönigsschießen findet erstmals mit unserem neuen Lichtpunktgewehr statt.

2009
Durchführung eines Kommers mit anschließendem Fackelumzug und Großem Zapfenstreich auf dem Dorfring im Rahmen des 700-Jahre-Ehra-Jubiläumjahres.

Der Schützenverein Ehra richtet das Kreisjungschützenkönigsschießen mit rund 130 Gästen aus.

Sebastian Terbrüggen kann seinen Heimvorteil nutzen, übernimmt somit direkt die Königskette von Dennis Dietrich und sichert sich die Würde des Kreisjungschützenkönigs.

2010
Das Kreisjungschützenkönigsschießen findet erneut auf unserer Anlage statt.

2011
Sandra Brockmann sichert sich den 1. Platz beim letzten Nachbarschaftstreffen vor der Standortschließung auf dem Truppenübungsplatz Lessien.

2012
Die Posten der Jungendleiterin sowie der Heimwartin werden von der Generalversammlung einstimmig beschlossen zu Vorstandsämtern aufgewertet.
Seitdem setzt sich der Vorstand unseres Vereins aus insgesamt 7 gewählten Mitgliedern zusammen.

2013
Doppelerfolg auf Kreisebene - bis dato einmalig:

Christa Schulze erschießt sich in Wahrenholz den Titel der Kreisschützenkönigin.

Sascha Ulbrich gewinnt eine Woche zuvor das Kreisjungschützenkönigsschießen in Schönewörde.

2014
Der Schützenverein Ehra richtet sowohl das Kreisköniginnen- als auch das Kreisjungschützenkönigsschießen aus.

Heinz Matern erringt als erster Schütze die Goldene Schießschnur in unserem Verein.

Johanna Müller siegt beim neu in unserem Verein eingeführten Jugendkönigssschießen und sichert sich den Titel unserer ersten Jugendmajestät.

2015
Merkmal unserer kontinuierlich guten Jugendarbeit: Die Mitgliederzahl im Schüler- und Jugendbereich durchbricht erstmals die Grenze von 50 Mitgliedern. 

2016
Meik Rosenthal sichert sich in Rühen den Titel des Samtgemeindeschützenkönigs.

Die Feierlichkeiten zum 140-jährigen Vereinsjubiläum werden im Rahmen des Schützenfestes mit einem Kommers sowie Platzkonzert nebst nahtlos anschließendem Großem Zapfenstreich begangen.

Unsere Jugendschießgruppe kann sich bei den Kreismeisterschaften LG/LP insgesamt 8 Titel sichern.

2017
Dominik Dietrich erschießt sich in Hannover den Titel des Landesschützenkönigs.

Das Samtgemeindekönigsschießen findet zum dritten Mal auf unserer Anlage statt.

2018
Dennis Dietrich gewinnt den Wettbewerb des Landesverbandskönigs.

Unser längjähriger Präsident Joachim Reissig wird mit der Ehrennadel des NSSV in Gold ausgezeichnet.

Sandra Brockmann wird sowohl in der Disziplin LuPi als auch LuPi - Auflage in ihrer Altersklasse Kreismeisterin.

Erstmals wird im nun jährlichen Rhytmus der neue Wanderpokal im E-Darts ausgeworfen, was sich allmählich zu einer immer beliebteren Nebenbeschäftigung im Rahmen unseres Schießbetriebs entwickelt hat.

2019
Zwei Jahre nach seinem Bruder Dominik sichert sich Dennis Dietrich in Hannover die Würde des niedersächsischen Landesschützenkönigs.

2020
Erstmals seit der Nachkriegszeit ab 1948 müssen wir aufgrund der aktuellen Corona-Epidemie unser jährliches Schützenfest neben zahlreichen anderen Events und Wettkämpfen absagen. Ab Ende Oktober müssen wir aufgrund des 2. gesetzlichen Lockdowns alle Vereinsaktivitäten einstellen.

2021
Das Corona-Virus hat die Welt und auch unseren Verein weiter fest im Griff. Von April bis Juni wird unser Schützenheim temporär als Corona-Testzentrum vermietet und betrieben. Nach dem 8-monatigen Lockdown startet der Verein mit der traditionellen Kranzniederlegung als abgespeckte Schützenfestersatzveranstaltung im Juli aus dem erzwungenen Tiefschlaf. Immerhin halten wir seitdem im kleinen internen Rahmen unseren Schießbetrieb unter den gegebenen Schutzauflagen aufrecht.